Früher habe ich ja immer gedacht Krankengymnastik hätte was mit Gymnastik, also turnen, also aktiv bewegen zu tun – stimmt aber gar nicht.
Momentan werde ich 2x wöchentlich bewegt. Sprich ich lieg auf dem Rücken und eine Physiotherapeutin bewegt meine Beine durch. Wer nun meint das wär nicht anstrengend – HAH! – Beim ersten Mal konnte ich kaum noch laufen, so fertig war ich vom passiven turnen.
Und überhaupt: Physiotherapeuten sind auch alles kleine, verkappte Sadisten. Sie freuen sich, alle wie sie da sind über eine Stelle an meinen Waden. Das ist genau die Stelle, wo die Muskeln durch „falsches“ Laufen (= breitbeiniges Watscheln und nicht abrollen des Fußes = ausgleichen von Spastik und Gangunsicherheit) verkürzt und verhärtet sind. Verkürzung und Verhärtung dieses Muskels führt dazu, dass ich gar nicht mehr richtig laufen kann und darum müssen sie da ran. Sagen sie zumindest, sie brauchen ja einen Grund um in diesem Muskel rumzudrücken und zu kneten und sie grinsen fies lächeln freundlich, während ich versuche nicht wegzuziehen, weil es einfach schweineweh tut…
ABER: Es scheint sich zu lohnen. Ich kann deutlich besser und länger laufen, am Rollator roll ich mittlerweile auch wieder den Fuß ab und es zieht nicht mehr sofort bis in den Oberschenkel. Ich bin also dabei, meine Laufstrecke zu verlängern und wenn das daran liegt, dass mir Physiotherapeuten 2x wöchentlich meine Waden maltretieren, dann ist das GUT so!
Davon ab, habe ich (endlich) eingesehen, dass ich Spastik nicht aushalten muß sondern durchaus die Tabletten zur Muskelentspannung täglich nehmen darf (ich habs nicht so mit Medis). Seit ich das nun eingesehen habe, nehme ich täglich 1-2 Viveo und es geht mir prima damit. Kein Vergleich zu den ewig müdemachenden Baclofen, welche ich tatsächlich nur als Notfallmedi akzeptieren konnte. Spastik, wie sie noch vor ein paar Wochen letze Woche war verspüre ich kaum noch und schon gar nicht behindert sie mich großartig.
Es zeichnen sich also Erfolge ab, an der Front der Symptombehandlung – SUPER!. Wenn wir jetzt noch die ständigen Schübe oder eine schleichende Verschlechterung aufhalten könnten, wäre ich rundum zufrieden



Das hört sich doch schon mal gut an. Lass dich nur weiter fleißig malträtieren (ich habe mehrere Massagekurse gemacht, ich kenne diese Freude, einen richtig verknoteten Muskel zu finden).
Hallo.
Gerade dein Blog gefunden.
Es freut mich extrem das dir die Physiotherapie viel bringt.
Ich wünsche Dir für dich, deine Familie alles gute:
Gruß:
Physioblogger
Toll zu hören, dass dir die physiotherapeutischen Behandlungen so gut helfen. Nur, das mit dem dabei von dir dabei empfundenem Schmerz finde ich nicht so ganz optimal. Schmerz muss dabei nicht sein, denn es existieren im Körper „Gegenspieler“ zu den, bei der Behandlung schmerzhaften Gebieten. Verrückt? Nein, das Ergebnis 50jähriger Berufspraxis als Physio. Erfahrungen die ich deinen Therapeutinnen gerne mitteile.
Ganz viele liebe Grüße
Klaus Radloff
info@klaus-radloff.com