Gestern hatte ich ja die bannig lustige Idee Maultaschen selber herzustellen. Ich habe noch nie Maultaschen hergestellt, ich habe noch nie einen Nudelteig gemacht.
Da ich momentan aber einen Kochfimmel habe und ständig neue Rezepte ausprobieren möchte, sollten es nun also Maultaschen sein, kann ja so schwer nicht sein.
Ein Rezept war schnell gefunden und das klang auch ganz einfach:
1kgMehl, 1TlSalz, 8Eier, 10ELWasser zu einem Nudelteig verarbeiten… Na, das kann ich doch auch, so ein bisschen Teig kneten, hab ich schon oft gemacht…
… sehr witzig!
Ich habe mich fast umgebracht an diesem Teig. Als ich gestern schrieb, ich möchte Maultaschen machen, hätte mir nicht irgendjemand der werten Leserschaft mitteilen können, dass das Schwerstarbeit ist? Ich hab mir also an diesem Teig einen Wolf geknetet, bis ich eine gleichmässige Masse hatte. Dann hab ich die Füllung zubereitet, das war einfach. Nun nur noch dünn ausrollen…
… sehr witzig!
Dat Zeugs wollte sich aber partout nicht ausrollen lassen, bzw verlangte einen massiven Körpereinsatz von mir. Irgendwann habe ich dann den Gatten dazu geholt und gemeinsam schafften wir es den Teig dünn (aber offensichtlich nicht dünn genug) auszurollen.
Das Füllen und Schliessen war dann wieder ein Abenteuer der besonderen Art - es sabschte überall raus. Auch das habe ich aber vollbracht, wenn auch die Form der Taschen eine ganz eigene war.
Egal, soll ja nicht gut aussehen sondern gut schmecken. Ja OK, letztendlich soll es gut aussehen UND gut schmecken, das war mir aber zu dem Zeitpunkt sowas von wurscht, ich wollte nur noch fertig werden.
Am Ende hatte ich viel zu viel Füllmasse über und mir schwante, dass der Teig wirklich nicht dünn genug war… aber egal, den Rest Teig habe ich in eine Muffinform gefüllt um Hackmuffins daraus zu machen.
Die Ahnung, des zu dicken Teiges bestätigte sich dann nach dem Kochen. Der Nudeltteig erweckte den Eindruck im früheren Leben ein Flummi gewesen zu sein. Während meine Familie noch höflich kämpfte, gab ich als erstes auf und trennte Füllung vom Teig um nur ersteres zu essen - Meine Familie zog schnell nach, von der Füllung waren wir alle hellauf begeistert.
Fazit: Ca. 2 Stunden harte Arbeit, eine Küche im Chaos für wirklich leckere Hackschnittchen. Auch mal eine Erfahrung, die man wohl gemacht haben muss. Heute werde ich dann die übriggebliebenen Maultaschen öffnen, den Nudelteig entsorgen und die Füllung zusammen mit Nudeln zur Nudelpfann verwursten.
Wenn ich das nächste Mal einen Anfall bekomme und Maultaschen möchte, werde ich wohl doch zu der Alternative aus dem Supermarkt greifen. An Nudelteig geh ich nicht mehr ran - glaub ich zumindest…
… naja mal gucken, wie ich darüber denke, wenn der Muskelkater in den Armen weg ist der sich vom Kneten eingestellt hat. Irgendwie ist auch mein Ehrgeiz geweckt. Das kann doch wohl sooooooooo schwer nicht sein… oder doch???



Oh Du Arme.
1 kg Mehl, wenn ich recht gelesen habe besteht Deine Familie aus 4 Personen.
Man rechnet 100 g pro Person. Und leicht ist der Teig nicht zu kneten. Mit einer Küchenmaschine wie Hefeteig kneten geht aber auch.
Und zum Ausrollen sollte man eine Nudelmaschine haben, sonst macht man sich wirklich kaputt. Ich hatte letztens Ravioli gemacht, die kleinen Brüder von Maultaschen.
Ich würde es an Deiner Stelle mal damit zu probieren. Sind leichter handzuhaben. Das Raviolibrett braucht man nicht wirklich. Eine Nudelplatte quer hinlegen. Auf eine Längsseite die Füllung klecksen und den Teig überschlagen. Da, wo keine Füllung ist, zusammendrücken. Schneiden und fertig ist die Nudel.
Hier kannst Du sehen, wie ich es gemacht habe.
http://www.wolfgangkesting.de/kochkurs/eigene_erfolge.html#a30
hoffentlich funktioniert der Link.
Wolfgang
Danke für den Tipp Wolfgang. Mein Mann rollt gerade mit den Augen, als ich ihm sagte, dass ich jetzt eine Nudelmaschine brauche *lach* Er meint ich hätte kein Platz in den Schränken dafür, ich meine ich miste ja gerade die Küche aus um Platz für Neues zu schaffen
Das Rezept mit den Bärlauch Tortellini habe ich mir direkt gespeichert.